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12. März 2013

(*rezension*) Welfengold

(*rezension*) Welfengold

Der Kriminalroman "Welfengold" ist für mich nicht nur ein weiterer Debütroman für die Lovelybooks-Aktion "Debütautoren  2013", sondern auch mein allererster Krimi!



Autor: Rolf Aderhold
Blog des Autors: www.thrillerwerkstatt.wordpress.com

Paperback: 279 Seiten

Verlag: Gmeiner Verlag (1. Auflage; 4. Februar 2013)
Homepage des Verlages: www.gmeiner-verlage.de

Genre: Krimi & Thriller

EUR 9,99 (E-Book EUR 8,99)

- - > Leseprobe < - - 

 Bildquelle: www.gmeiner-verlag.de

Hannover 1966. Jarre Behrend ist Kunsthistoriker und Unternehmer für Abenteuertouren. Einer seiner ersten Kunden ist der britische Colonel Kendrick-Wales. Sein Vater hatte angeblich nach dem Zweiten Weltkrieg Teile des verschwundenen Welfenschatzes gefunden, kurz danach wurde er ermordet. Zusammen begeben sich Jarre und der Colonel auf die Suche nach den als verschollen geltenden Kostbarkeiten. Dabei werden ihnen viele Steine in den Weg gelegt, bis sie schließlich selbst in einen Hinterhalt geraten.

"Jarre war klar, dass es Wahnsinn wäre, sich allein den Attentätern entgegenzustellen, selbst mit einer Waffe in der Hand. Im Moment ging es nur um sein eigenes Leben, nichts sonst. Ohne sich umzusehen, sprintete er in den Wald, dorthin, wo er am dichtesten war. Getrieben von seinem unbändigen Überlebenswillen brach er durch das dichte Unterholz. Die Äste der Fichten schlugen ihm ins Gesicht, zerfetzten ihm die Haut und zerrissen seine Hose. Blut strömte aus seiner Schulter, der Schmerz war ungeheuer. Trotzdem preschte er ungestüm vorwärts, sprang über gefallene Bäume und bahnte sich einen Weg, wo vorher keiner gewesen war." (Seite 90)
Rolf Aderhold wurde in Hannover geboren und studierte Geschichte und Englische Literaturwissenschaft. Er war einige Zeit an der University of Bristol tätig und erhielt ebenfalls eine Lehrtätigkeit an der Universität von Hannover. Nachdem er sich bis dato theoretisch mit Thrillern und Kriminalromanen beschäftigt hatte, fing er selbst mit dem Schreiben an. So veröffentlichte er 2004 eine Kurzgeschichte im Sammelband der Storyolympiade, ebenfalls veröffentlichte er zwei Werk im Selbstverlag bis im Februar 2013 sein erster Kriminalroman "Welfengold" im Gmeiner Verlag erschien. (Quelle: www.thrillerwerkstatt.wordpress.com)

Hannover, 1966 - auch viele Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges ist die Vergangenheit nicht vergessen und viele Fragen ungeklärt, wie zum Beispiel die Frage nach dem Verbleib von Teilen des Welfenschatzes. Als der britische Colonel Kendrick-Wales auf Jarre Behrend zukommt und ihn um Hilfe bei der Recherche von ihm vorliegenden Informationen bittet, willigt dieser ein - ohne anfangs zu ahnen, wie prekär diese Informationen sind. Und nicht nur Jarre Behrend und Colonel Kendrick-Wales scheinen diese Informationen zu besitzen, denn ganz offensichtlich sind bereits andere Personen dabei, die Puzzleteile zusammenzufügen...

Das Buch überzeugt mit einer durchgängig erzählten Geschichte und einem flüssigen Schreibstil. Dabei wirft der Leser nicht nur einen Blick auf Jarre Behrendt, sondern erfährt ebenfalls die Entwicklungen aus Sicht der anderen Charaktere.

Was mir an dem Kriminalroman sehr gut gefallen hat und ihn letztendlich für mich interessant gemacht hat, sind die realen Schauplätze wie Braunschweig, Hannover, Clausthal-Zellerfeld, der Harz und ganz besonders Werk Tanne, von dem ich zum Beispiel bis jetzt nichts gehörte hatte. Der Autor selbst gibt dazu weitere Informationen auf seinem Blog Thrillerwerkstatt preis und ein Besuch dort ist auf alle Fälle lohnenswert!

Was das Buch allerdings nicht so recht geschafft hat, ist, dass ich mich als Leserin tatsächlich im Jahr 1966 befinde. Zwar ist der historische Bezug mit der Aufteilung Deutschlands in die Besatzungszonen bzw. die Situation an der Grenze zur DDR beschrieben und auch eindeutig in die Handlungen eingebunden, aber ich musste mich dennoch oft daran "erinnern", dass wir in einer anderen Zeit sind. Vielleicht, weil "cool" für mich ein Wort der 1990-iger ist und Anna Winter für mich auch sehr emanzipiert wirkt und sehr forsch ist, was man ihrer Person durchaus abnimmt, aber mir als Kinder der 1980-iger einfach nicht so recht in mein Bild der 1960-iger passt.
 
Dafür, dass ich bisher keine Krimis gelesen habe, muss ich sagen, dass mir dieser Kriminalroman insgesamt ganz gut gefallen hat und auch mein Interesse an diesem, für mich neu entdeckten Genre geweckt hat.  Für mich ein solider und klassischer Kriminalroman mit seinem Helden, dem Bösewicht und seinen Komplizen und was natürlich nicht fehlen darf, eine dynamische und pfiffige, junge Frau, die dem Helden nicht nur einmal zur Seite steht. Wem also ein klassischer Krimi wie z. B. "Paul Temple und..." gefällt, dem wird sicherlich auch "Welfengold" gefallen und sicherlich werden noch weitere Abenteuer auf Jarre Behrend warten. Ich bin jedenfalls schon gespannt und freue mich darauf!