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17. Februar 2015

(*gelesen*) Winterfeldtstraße 2. Stock


 

\\ Winterfeldtstraße 2. Stock \\ Johanna Friedrich \\ 414 Seiten \\ Gebunden \\ Marion von Schroeder \\ Belletristik - Historischer Roman \\ 2014 \\


Berlin, Juni 1923. Charlotte Berglas ist im fünften Monat schwanger, als man ihren Mann Albert tot aus dem Landwehrkanal zieht. Es muss ein Unfall gewesen sein, davon ist sie überzeugt. Niemals hätte er sie in diesen Zeiten der Not alleingelassen. Im Zuge der Inflation haben die Berglas ihr komplettes Vermögen verloren. Da Geld nichts mehr wert ist und Charlotte hochschwanger nicht arbeiten kann, beginnt die junge Frau, Zimmer ihrer Wohnung in der Winterfeldtstraße zu vermieten. Eine ungewöhnliche Gemeinschaft entsteht, die den Wirren der Zeit entschlossen und ideenreich standhält. Mittendrin kämpft Charlotte - für sich selbst und für die Zukunft ihrer kleinen Tochter Alice.

4. März 2013

(*rezension*) Worte sind nicht meine Sprache

(*rezension*)Worte sind nicht meine Sprache

Völlig überraschend habe ich eine Leseexemplar dieses Buches zur dazugehörigen Leserunde bei Lovelybooks gewonnen. So groß die Freude darüber auch war, so lange musste ich nun auch darauf warten bis endlich das Buch in den Händen halten und mit dem Lesen loslegen konnte...


Autor: Aidan Chambers
Homepages des Autors: www.aidanchambers.co.uk 
 
Originaltitel: Dying to Know You

Fester Einband, 304 Seiten

Verlag: Knesebeck (19. Februar 2013)
Homepage des Verlages: www.knesebeck-verlag.de 
 
Genre: Kinder- und Jugendbuch

 EUR 16,95 (D) - 24,50 sFr - EUR 17,50 (A)
 
  - -> Leseprobe < - -  

Welche Sprache hat die Liebe?

Karl, ein Junge aus einfachen Verhältnissen, ist verzweifelt. Das Mädchen Fiorella, in das er sich verliebt hat, verlangt von ihm, ihr Briefe zu schreiben: über sich, sein Leben und seine Gefühle für sie. Und so steht er eines Tages vor der Tür von Fiorellas Lieblingsschriftsteller und bittet ihn, diese Briefe für ihn zu schreiben. Entgegen aller Vernunft - und weil er in dem Jungen etwas Besonderes spürt - erklärt sich der alte Mann daran zu bereit. Doch das führt zu einer Kette ungeahnter Verwicklungen und fast in eine Katastrophe, die das Leben für sie alle von Grund auf verändert...

"Egal, wie sehr man jemanden liebt, man sollte immer etwas für sich behalten. Nie alles geben. Sonst kann man nicht man selbst sein.  Und beim Tod seines Vaters hatte Karl das Gefühl, als wäre er mit ihm gestorben. Das hat die ganzen Probleme ausgelöst. Er versucht mühsam, sich selbst zu finden. Will wissen, wer er ist. Was er ist." (Seite 252)
Der ruhige und introvertierte Karl ist verzweifelt. Weil es ihm schwer fällt, sich gegenüber seiner Freundin Fiorella zu öffnen und von seinen Gefühlen zu erzählen, verlangt sie von ihm, dass er dies mit Hilfe von Briefen tut und ihr ihre Fragen beantwortet. Die einzige Lösung die Karl sieht, ist, dass er Fiorellas Lieblingsschriftsteller aufsucht und ihn bittet, in seinem Namen die Briefe zu verfassen. Zuerst möchte dieser ablehnen, aber da er etwas besonderes in Karl sieht, sagt dieser überraschenderweise zu. Dies ist der Beginn einer außergewöhnlichen Freundschaft zwischen Karl und dem Autor, die sich im Grunde sehr ähnlich sind. Und nicht nur der Autor hilft Karl, sondern Karl hilft auch dem Autor. 

Als ich mich bei der Leserunde beworben habe, ist mir zu allererst das Cover aufgefallen, dass in einem wunderschönen zarten türkis und weiß gehalten ist und auf dem ein Goldfisch (und sein Spiegelbild) zu sehen sind. Fische spielen auch eine Rolle im Buch, denn ein Hobby von Karl ist das Angeln und so still und leise wie man beim Angeln sein muss, ist Karl. 

Anfangs hatte ich kurzweilig - warum auch immer - das Problem, dass ich nicht recht auseinanderhalten konnte, wer im Gespräch von Karl und dem Schriftsteller nun derjenige ist, der jetzt eigentlich spricht, aber nach einigen Seite hatte ich mich gut in die Geschichte eingefunden. Überraschenderweise wird diese nicht, wie man es vielleicht erwartet, aus Sicht des achtzehnjährigen Karls berichtet, sondern aus Sicht des Schriftstellers, dessen Namen man im gesamten Buch nicht erfährt.

Ebenfalls hatte ich erwartet, dass die Briefe, die Karl seiner Freundin Fiorella schreiben soll und bei diesen Karl die Hilfe des Schriftstellers in Anspruch nimmt, wesentlich mehr im Mittelpunkt stehen würden. Doch das Buch überrascht mit einer insgesamt sehr ruhigen und mitunter nachdenklichen Geschichte, in der es nicht vorrangig um die Liebe geht, sondern darum, sich selbst zu finden, sein eigenes Ich zu finden und Unsicherheiten zu überwinden. Wie wichtig dabei eine Bezugsperson ist, zeigt dieses Buch hervorragend mit der aufgrund des Altersunterschiedes doch eher außergewöhnlichen Freundschaft zwischen dem Schriftsteller und Karl. 

Insgesamt ist die Idee zum Buch sehr schön, wenn auch vielleicht die Umsetzung nicht immer ganz gelungen ist. Ich finde, dass die an sich schon sehr ruhige Geschichte im letzten Drittel einiges an Handlung und Dynamik verliert. Die Charaktere finde ich insgesamt sehr gut dargestellt; der Schriftsteller, der nicht nur die Gespräche z. B. mit Karl wiedergibt, aber als Erzähler fungiert. Karl, der im Laufe des Buches dem Leser ein Stück immernoch entfernt und unscheinbar bleibt, was sicherlich so vom Autor auch gewollt ist, um zu untermauern, dass Karl ein wortkarger, in sich gekehrter Charakter und vielleicht auch ein Einzelgänger ist. Und natürlich auch Fiorella, die ein komplett anderer Typ als Karl zu sein scheint; wesentlich selbstsicherer und auch etwas verwöhnt. Zumindest ich hatte von Anfang an das Gefühl, dass die beiden irgendwie nicht zusammengehören.
Im Großen und Ganzen hat mir das Buch gefallen, auch wenn ich mir von der Geschichte etwas mehr oder auch etwas anderes erhofft hatte. Im letzten Drittel habe ich etwas Leselust eingebüßt, einfach weil die Handlung meines Erachtens ins Stocken kam. Dennoch behandelt das Buch ein für Jugendliche sehr wichtiges Thema und ich denke, dass es dennoch seinen Zuspruch findet. Positiv hervorheben muss ich auf alle Fälle, dass der Schriftsteller mit derart präszisen Worten Dinge ausdrückt oder Themen anspricht, die man ruhigen Gewissen als hochphilosophisch nennen darf, denn aus Sicht des Schriftstellers sind Worte definitiv seine Sprache! 
Trotzdem hat mich das Buch nicht vollends mitgezogen, deshalb vergebe ich "nur" drei Leseeulen.





Ich bedanke mich an dieser Stelle ganz herzlich beim Knesebeck-Verlag für die Bereitstellung des Leseexemplars!

27. Januar 2013

(*rezension*) Die Mittwochsbriefe

(*rezension*) Die Mittwochsbriefe

Zwischendurch darf es bei mir auch gerne auch mal ein Roman sein. Und nach einer Biografie und einer Kurzgeschichte habe ich mich für "Die Mittwochsbriefe" von Jason F. Wright entschieden.


Gebundene Ausgabe: 288 Seiten (26. Januar 2009)
(Taschenbuch, Kindle Edition)

Verlag: Heyne Verlag

Homepage des Verlages: www.randomhouse.de

Sprache: Deutsch

Originaltitel: The Wednesday Letters



"Ich habe heute in der Kirche etwas versprochen, und heute Abend verspreche ich Dir noch etwas. Von nun an werde ich Dir jede Woche einen Brief schreiben. Ganz gleich, ob wir an zwei verschiedenen Orten des Landes oder im selben Raum sind, ich werde Dir schreiben."
(Seite 104)




Wenn Liebesbriefe das Leben ändern.

Fast vierzig Jahre waren Jack und Laurel verheiratet, als sie in derselben Nacht Arm in Arm sterben. Die drei erwachsenen Kinder kommen zum Begräbnis im Elternhaus zusammen – und entdecken im Keller ein Vermächtnis: Tausende von Briefen, die der Vater jeden Mittwoch an die Mutter schrieb. Wunderbare Briefe voller Liebe und Gefühl. Und ein Brief, der ein schreckliches Familiengeheimnis offenbart.




Neugierig auf dieses Buch hat mich gemacht, dass der Ehemann über knapp vierzig Ehejahre hinweg regelmäßig seiner Frau (Liebes-)Briefe schreibt. Eigentlich fast schon ein bisschen romantisch, auch wenn einem klar ist, dass in vierzig Ehejahren sicherlich nicht nur die Sonne geschienen hat. 
Diese Briefe spielen im Buch auch eine wesentliche Rolle; nachdem die Geschwister während der Vorbereitungen zu den Trauerfeierlichkeiten Kisten dieser Briefe im Keller finden, lesen sie sich diese gegenseitig vor. Neben den Mittwochsbriefen von Jack, die ein Familiengeheimnis offenbaren, das alle Geschwister zutiefst erschüttert, wird vorrangig die Geschichte vom Leben des jüngsten Sohnes Malcolm sowie seiner Beziehung zum Vater erzählt; wesentlich mehr als von seinen Geschwistern Samantha und Matthew.

Das Buch besitzt einen flüssigen Schreibstil, der dem Leser schnell Zugang zur Geschichte verschafft und die liebevolle und warmherzige Art lässt einen sehr gut nachempfinden, was oder wie sich die jeweilige Person fühlt oder empfindet. 

Trotzdem fehlt dem Buch etwas. Es gab einige Dinge, die mich beim Lesen nicht wirklich überzeugt haben und die mich während des Lesens im Hintergrund immer haben grübeln lassen. Zum Anfang war es, dass Jack und Laurel gemeinsam in einer Nacht verstorben sind. Irgendwie fast schon eine romantische Vorstellung, dass jemand nach so vielen gemeinsamen Ehejahren mit dem geliebten Ehepartner stirbt, aber irgendwie konnte mich das nicht komplett überzeugen. Später im Buch ließ es mir einfach keine Ruhe, dass jemand nachdem Entdecken eines solchen Familiengeheimnisses tatsächlich so viel Geduld und Ruhe besitzt und ein oder zwei Tage auf Antworten wartet. Wäre ich in dieser Situation gewesen, hätte ich sofort Fragen gestellt und die Antworten eingefordert. Auch die Art zum Ende des Buchs, wie sich der "Kreis" schließt bzw. sich die Auflösung präsentiert, hat mich nicht wirklich überzeugt, sondern eher an das Ende so manch "amerikanischer" Filme erinnert; da wird etwas passend gemacht, auch wenn es unglaubwürdig erscheint. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass in diesem Buch das Vergeben eine wesentliche Rolle spielt und ich selbst den Grund für das Familiengeheimnis sehr wahrscheinlich nicht so einfach verzeihen könnte. 

Auf der letzten Seite des Einbands wird der Leser mit einem wirklichen Detail überrascht: Den Epilog gibt es in Form eines handgeschriebenen Briefes in einem Briefumschlag. Eine wirklich nette Idee, die nochmals an den Titel anlehnt. 



Ein schönes Buch, das hauptsächlich von seinem warmherzigen und gefühlvollen Schreibstil lebt, der mir an der ein oder anderen Stelle auch mal eine Träne entlockt hat. Die Idee, die allerdings hinter der Geschichte bzw. hinter den Briefen steht, finde ich nicht komplett ausgereift. Dafür gab es einfach einige Stellen im Buch, die mich während des Lesens haben grübeln lassen anstatt mich in der Geschichte zu verlieren.


-->  ein Blick ins Buch  <--

20. Januar 2013

(*rezension*) Sternenreiter - Kleine Sterne leuchten ewig

(*rezension*) Sternenreiter - Kleine Sterne leuchten ewig


Ich habe in verschiedenen Bücherblogs durchgehend begeisterte Rezensionen von diesem Buch gelesen, was mich doch sehr neugierig gemacht hat, sodass ich mir letztendlich diesen Titel als e-Book heruntergeladen habe. 







Gebundende Ausgabe: 131 Seiten
(Audio-CD, Kindle Edition, Hörbuch-Download)

Verlag: Koros Nord (24. Juli 2012)

Homepage des Verlages: www.korusnord-gmbh.de

Größe und/ oder Gewicht: 18,6 x 14, 8 1,4 










"Manchmal ist es besser, über Nebensächlichkeiten zu lachen, denn die wirklich wichtigen Dinge benötigen unsere ganze Ernsthaftigkeit."


Kurzbeschreibung: 

Wenn wir anfangen, auf unser Herz zu hören, werden wir Dinge im Leben erkennen, die uns unvorstellbar erschienen. Mats glaubt nicht mehr an seine Träume - zu sehr ist er daran gewöhnt, in der Arbeitswelt zu funktionieren. Auch seine Frau Kiki erreicht ihn nicht mehr. Bis es zu einem Ereignis kommt, dass Mats zwingt, innezuhalten. Ein kleiner Junge hilft ihm dabei, die Welt mit anderen Augen zu sehen und sein Leben neu zu gestalten. Dass man heute noch an Wunder glauben kann, davon erzählt Jandos modernes Märchen "Sternenreiter", eine poetische Erzählung für Jugendliche und Erwachsene. Ein Buch über Freundschaft, Menschlichkeit und die Verwirklichung von Träumen. 

zum Inhalt/ Meinung:

Mats ist ein typischer Workaholic, der wesentlich mehr Zeit mit seiner Arbeit und den damit einhergehenden Projekten verbringt als mit seiner Frau Kiki und den beiden gemeinsamen Kindern. Dahinter versteckt sich keine böse Absicht; eher die Sorge um die finanzielle Absicherung und das Wohlergehen seiner Familie treiben ihn zu immer mehr Überstunden und sorgen für die sich deutlich anbahnende Entfremdung. Selbst die Bitte seiner Frau, an einem Samstag Zeit für sie und die Kinder einzuplanen, erreichen Mats nicht. Erst als Mats einen schweren Unfall hat und er nach Wochen im Koma in einem Krankenhaus aufwacht und dort den kleinen, seltsamen Jungen kennen lernt, öffnen die Gespräche zwischen den beiden Mats' Augen und er erkennt, dass es wichtigere Dinge im Leben gibt und es nicht zu spät ist, sein Leben zu ändern.

Meiner Meinung nach ist dieser Titel ein schöne Kurzgeschichte, die man recht zügig gelesen hat. Die Botschaft ist klar und eindeutig, da sie dem Leser ganz offen mitgeteilt wird, wie zum Beispiel "Erst wenn der geliebte Menschen sich weit von uns entfernen, merken wir, wie wichtig sie für uns sind." Das zieht sich durch das ganze Buch, was sicherlich dem einen eher entgegenkommt als dem anderen. Ich glaube, mir sind einfach Bücher lieber, bei denen ich als Leser mitdenke und somit das Gefühl habe oder mir dieses Gefühl vermittelt wird, dass Ich gewisse Erkenntnisse, Entdeckungen oder Botschaften (selbst-)erkannt oder herausgefunden habe anstatt alles schon auf einem Tablett mundfertig präsentiert zu bekommen. Wirklich schade, da so die Erkenntnisse aus den Gesprächen zwischen dem kleinen Jungen und Mats etwas lieblos aneinandergereiht wirken, was das Buch trotzdem nicht zu einem schlechten Buch macht. 

Fazit:

Das Buch würde ich nur eingeschränkt empfehlen aus dem von mir oben bereits angebrachten Grund, dass ich meine, dass ein gewisses selbstständiges Mitdenken einen viel prägenderen Eindruck macht und man als Leser auch eine ganz andere Beziehung zum Buch und zum Inhalt bekommt, wenn man sich seine eigenen Gedanken macht und eigene Schlüsse ziehen kann bzw. zu eigenen Ergebnissen kommt. Wem das allerdings nichts ausmacht, dass dem Leser alles schon fertig serviert wird, der findet in dem Buch mit Sicherheit eine schön erzählte Geschichte über die Erkenntnis, der (hier) wirklich wichtigen Dinge im Leben.